top of page

Selbstvertrauen ist nicht laut


Woran merke ich, dass mir Selbstvertrauen fehlt?


Nicht daran, dass ich laut zweifelte oder ständig sagte: „Ich kann das nicht.“ Bei mir hat es sich viel leiser gezeigt. Es zeigte sich darin, dass ich nicht ins Handeln kam, Dinge aufschob, Ideen hatte und sie doch nicht umsetzte. Eigentlich ganz unspektakulär. Ich veränderte nichts in meinem Leben und redete mir lange ein, es sei ja alles gut so, wie es ist.


Im Nachhinein weiss ich, dass es sich eher wie ein innerer Stillstand angefühlt hat. Ich funktionierte, aber lebte nicht wirklich das, was in mir war. Ich habe all meine innersten Gefühle, Ideen, Visionen zurückgehalten und genau deshalb fiel es mir so lange nicht auf. Doch hinter diesem Zögern steckte kein Mangel an Fähigkeiten, sondern fehlendes Vertrauen in mich selbst.


Selbstvertrauen bedeutet, mir selbst zu vertrauen. Meinen Bedürfnissen zu glauben, meiner Wahrnehmung Raum zu geben und meine innere Stimme ernst zu nehmen, auch dann, wenn sie leise ist. Ein gesundes Selbstvertrauen ist für mich eine der wichtigsten Grundlagen für ein erfülltes Leben, weil es mir Energie und Klarheit schenkt, meinen eigenen Weg zu gehen.


Je mehr ich mir vertraue, desto stärker bin ich mit mir verbunden. Und desto eher erlaube ich mir, die Schritte zu gehen, die notwendig sind, damit sich mein Leben stimmig anfühlt. Gleichzeitig werde ich unabhängiger von Bewertungen und Meinungen im Aussen. Ich höre sie mir an, aber sie bestimmen mich nicht mehr.


Viel zu lange fehlte mir genau dieses Vertrauen. Ich handelte aus Angst statt aus innerer Sicherheit. Tief in mir wusste ich eigentlich, dass ich mich auf mich verlassen kann, doch Stimmen von aussen liessen mich immer wieder zweifeln. So gab ich Verantwortung ab und liess unbewusst andere über mein Leben mitentscheiden. Ich suchte Sicherheit im Aussen, statt sie in mir selbst zu finden.


Gerade im gesundheitlichen Bereich habe ich das stark erlebt. Natürlich verfügen Ärzte über grosses Wissen, und ja, sie konnten mir auch helfen. Doch irgendwann begann ich, meine eigenen Bedürfnisse ernster zu nehmen und wirklich auf meinen Körper zu hören. Ich stellte Fragen, auch zehnmal dieselbe, wenn ich etwas nicht verstand. Nicht kämpferisch, sondern ruhig, klar und in Verbindung mit mir selbst. Und ich sage auch 10mal Nein, wenn ich etwas nicht möchte und immer wieder danach gefragt werde.


Und ich machte gute Erfahrungen damit. So entstanden schon respektvolle Gespräche auf Augenhöhe und manchmal nahm ich neue Erkenntnisse mit, manchmal öffnete sich auch beim Gegenüber eine andere Perspektive. Ich begann, Themen ganzheitlich zu betrachten, meinen Werten treu zu bleiben und mir Wissen anzueignen, das auf mich abgestimmt ist. Die Ausbildung zur Ernährungsberaterin habe ich nicht gemacht, um einen Titel zu haben, sondern um zu verstehen, was in meinem Körper geschieht und um Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Ruhig, klar und unaufgeregt. Das war für mich ein entscheidender Schritt zurück zu meiner Selbstverantwortung und so zu mehr Selbstvertrauen.


Schon früh lernen wir, wie wir sein sollen. Nicht zu laut, nicht zu auffällig, angepasst und leistungsbereit. Als Kinder wollen wir dazugehören, geliebt werden und Teil einer Gemeinschaft sein. Wenn jedoch unser Denken und Fühlen anders ist als das der anderen, entsteht schnell Angst. Angst vor Bewertung und Angst vor Ablehnung. Also passen wir uns an. Und jedes Mal, wenn wir unsere Gedanken und somit unsere Wahrheit nicht aussprechen, entfernen wir uns ein Stück von uns selbst. Viellecht beginnt genau hier der erste leise Riss im Selbstvertrauen.


Viele Momente im Leben haben unser Selbstvertrauen zurückgestuft, wie Worte, Bewertungen oder Erlebnisse in der Kindheit. Plötzlich steht die Frage im Raum: "Bin ich nicht richtig, wie ich bin?" Dabei ist dieses ursprüngliche Vertrauen, dieses Urvertrauen, gar nie wirklich weg. Es wurde nur überlagert von Erfahrungen, Glaubenssätzen und Verletzungen.


Selbstvertrauen entsteht nicht, indem wir warten, bis wir uns sicher fühlen. Lange dachte ich, ich müsse zuerst absolute Gewissheit haben, bevor ich einen neuen Schritt wage. Doch es ist genau umgekehrt: Erst wenn wir losgehen, der erste Schritt wagen, wächst das Vertrauen. Jeder erste Schritt, auch mit Angst verbunden, bringt Erfahrung. Und mit jeder Erfahrung entsteht mehr Verbindung zu mir selbst. Dabei können Fehler passieren. Fehler sind keine Beweise für unser Scheitern, sondern oft der Beginn neuer Erkenntnisse.


Für mich bedeutet Loslassen, diese alten Geschichten anzuschauen und zu erkennen, was ich über mich glaube und was davon nicht meine Wahrheit ist. Es bedeutet, meinem inneren Kind zu sagen: "Du bist richtig. Du bist geliebt. Du bist geschützt."


Selbstvertrauen ist nichts, das wir uns verdienen müssen und laut ist. Es ist etwas, das wir wiederentdecken dürfen. Heute weiss ich, wie sehr mich dieser Weg der Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung verändert hat und es ist mir nicht mehr wichtig, was andere über mich denken. Ich spüre, dass ich mir selbst mehr glaube als jeder Meinung im Aussen.


Ich freue mich so sehr, all diese ersten Schritte zu gehen, um zu erfahren, was als nächstes kommt. Welchen Schritt gehst du als Nächstes?

bottom of page