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Was bedeutet Spiritualität für mich?


Spiritualität heisst für alle etwas anderes. Sie ist individuell und persönlich


Noch vor einiger Zeit traute ich mich nicht so öffentlich über Spiritualität zu sprechen. Vielleicht, weil Spiritualität oft in eine Ecke gestellt wird, die nicht meiner Vorstellung entspricht. Doch ich habe bemerkt, dass Spiritualität in mein Leben gehört und ich es auch im Aussen leben möchte.


Für mich beginnt Spiritualität dort, wo im Aussen etwas zusammenbricht. In grossen und kleinen Entscheidungen, Krisen und Umbrüchen. In Momenten, in denen ich mich auf mich verlassen muss. Was dann bleibt ist meine innere Welt. Ich besitze die Macht zu entscheiden, wie ich mit meinen Gedanken und Gefühle umgehe.


Nach dem Zusammenbruch meiner Nieren, fünf Operationen und schliesslich der Dialyse, wurde ich stark gefordert. Doch ich spürte intensiv, dass da noch mehr ist. Etwas, das ich nicht erklären konnte. So habe ich begonnen, mich mit Podcasts, Büchern und Vorträgen spiritueller Menschen auseinanderzusetzen. Vieles fügte sich zusammen und fühlte sich logisch und nachvollziehbar an, wie Gedanken, die ich schon lange in mir trug. Für mich war klar: Diesen Weg möchte ich gehen.


Ich wollte kein Opfer meiner Umstände sein. Ich wollte Selbstverantwortung für mein Denken, mein Fühlen und mein Handeln übernehmen. Lange genug hatte ich aus Angst gehandelt, statt mein Leben aus Vertrauen heraus zu leben.


Ich bin überzeugt, wir besitzen eine innere Intelligenz. Eine innere Stimme, unser Bauchgefühl, unsere Intuition. Doch im Alltag ist es im Aussen oft zu laut. Wir sehen die Welt so, wie es in uns aussieht. Wir können in allem etwas Schlechtes oder etwas Gutes sehen. Und wir entscheiden, ob wir etwas als Problem oder als Möglichkeit betrachten.


Spiritualität bedeutet für mich, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Mit meinen Gedanken, meinen Gefühlen, meinen Glaubenssätzen und meinen Triggern. Das ist die Grundlage, um mein äusseres Leben bewusst zu gestalten. Dabei geht es nicht um eine gepielte positive Art, sondern um eine bewusste innere Haltung. Aus dem Herzen heraus.


Wie kann ich mich im Alltag immer wieder mit mir verbinden und Spiritualität leben?


Selbstliebe

Eine ehrliche und erfülllte Beziehung zu mir selbst aufbauen. Zu erkennen, wie wertvoll ich bin. An mich selbst zu glauben. Ohne Selbstverurteilung. Nicht so sein müssen, wie andere es von mir erwarten. Und somit Selbstverantwortung für mein Leben übernehmen.


Dankbarkeit

Den Fokus von Mangel auf Fülle lenken. Nicht das Negative ausblenden, sondern bewusst das Gute wahrnehmen. Dankbarkeit verändert meine Energie und damit auch meine Sicht auf das Leben.


Vertrauen

Das tiefe Urvertrauen wieder zu entwickeln. Mir selbst Vertrauen und dem Leben vertrauen. Darauf vertrauen, dass das Leben für mich ist. Dass ich auf dieser Welt bin mit einer Aufgabe. Dass mir das Leben immer wieder Möglichkeiten schenkt, zu wachsen. Das tiefe Vertrauen zu haben, dass nichts umsonst geschieht.


Meditation

Still werden. Nicht, um Gedanken loszuwerden, sondern um mir wieder echt zuzuhören, ohne Ablenkung. Meditation bringt mich vom Aussen zurück zu mir. Meditation hilft mir, nicht alles zu glauben, was ich denke. Und wieder in Verbindung zu kommen, mit mir, meinem Körper und dem, was gerade ist.


Es gibt noch vieles mehr, doch diese 4 Dinge, sind für mich Spiritualität. Kein HokusPokus oder Beschwören von irgendetwas.


Und wenn ich eines Tages am Tor des Himmels stehe und sich herausstellt, dass all das nicht stimmt, dass Selbstliebe, Dankbarkeit, Vertrauen und Meditation keine höhere Wahrheit sind, sondern einfach Konzepte, an die ich geglaubt habe, dann wäre ich nicht enttäuscht. Denn mit dieser Einstellung habe ich mit mehr Energie, Bewusstsein und Lebensqualität gelebt.


Ich habe gelernt, Herausforderungen nicht nur als Belastung zu sehen, sondern als Einladung zu wachsen. Ich verstehe nicht alles und gehe trotzdem weiter meinen Weg. Nicht weil es einfacher ist, sondern weil es sich für mich richtig und wahr anfühlt.

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